Wie sich die Zeiten doch ändern!
Serie "Österreich unterwegs, Teil 1"

In einer siebenteiligen Serie beleuchten wir das Mobilitätsverhalten der ÖsterreicherInnen.
Wie sind wir unterwegs? Und was hat sich in den letzten 20 Jahren verändert?
Die vierköpfige Familie Flink begleitet uns durch diese Serie.
 

Illustration: Daniela Waser / www.oteloegen.at


Wie sich die Zeiten doch ändern“, Vater Herbert runzelt die Stirn und legt die Zeitung zur Seite. „Was ist los, Papa?“, fragt seine Tochter Lisa. „Ich habe gerade gelesen, dass die ÖsterreicherInnen heute viel mehr unterwegs sind als noch vor 20 Jahren. Stimmt eigentlich, wenn ich so zurückdenke. Als du geboren wurdest, waren wirklich noch weniger Autos unterwegs. Wir selbst hatten ja auch nur ein Auto, heute sind es zwei. Hier steht: die gesamte Verkehrsleistung, also die Wege mal der Weglänge, ist um mehr als ein Drittel gestiegen. 273 Millionen Personen-Kilometer werden pro Werktag insgesamt zurückgelegt. Das ist unvorstellbar viel.“

"Und schreiben sie auch, warum das so ist?", hakt die Tochter nach. „Hauptsächlich liegt es daran, dass die Wege immer länger werden. Vor 20 Jahren wurden an einem durchschnittlichen Werktag (Montag bis Freitag) im Herbst 28 Tageskilometer zurückgelegt, heute sind es 34 Kilometer, im Jahresdurchschnitt sogar 36 Kilometer. Das ist eine Steigerung um 20 Prozent“, liest Herbert laut vor. „Das wird dich jetzt aber nicht wundern, oder?“, mischt sich seine Frau Andrea ein. „Überleg mal, wie es damals war. Du bist mit dem Rad zur Arbeit gefahren, war ja nicht weit. Dann haben sie deinen Firmenstandort aus der Stadt in den Speckgürtel abgesiedelt. Und ich habe nach der Karenz auch keinen Job in der direkten Umgebung gefunden und muss jetzt weiter fahren als zuvor.“

„Stimmt, das schreiben sie auch weiter unten: Beim Vergleich der Zahlen zwischen 1995 und heute ist zu berücksichtigen, dass sich die raumstrukturellen Gegebenheiten verändern – wie die Zersiedelung, die Suburbanisierung und der Ausbau von Einkaufszentren an den Stadträndern. Auch die persönlichen Mobilitätsbedürfnisse, der Führerscheinbesitz – vor allem bei älteren Personen – und die Autoverfügbarkeit haben sich maßgeblich verändert“, fährt Herbert fort.

„Das ist auch interessant“, so Herbert: „Die Anzahl der FußgängerInnen nimmt stark ab, die Zahl der Autofahrten ist deutlich gestiegen. Auffällig ist dabei, dass die Anzahl der Fußwege dramatisch rückläufig ist, sich jedoch die Fußweglängen erhöhen und es damit wieder einen Ausgleich der Verkehrsleistung der FußgängerInnen gibt.“

Dann geht’s auch für die Familie Flink wieder los. Vater Herbert fährt mit dem Auto in die Arbeit, Mutter Andrea nimmt das alte Zweitauto und die Bahn. Der 12-jährige Sohn Tobias ist mit dem Bus zur Schule unterwegs. Tochter Lisa hat es leichter – sie genießt die letzten freien Tage in ihrem Elternhaus. Während der Studienzeit wohnt sie im Studentenheim auf dem Campus der Uni – etwa 50 Kilometer von zu Hause entfernt.

Wussten Sie, dass…

… Frau und Herr Österreicher im Jahresdurchschnitt wochentags für 3 Wege unterwegs sind und dabei 36 km zurücklegen. (Vorsicht: Fußweg z.B. von und zum Bus sind nur Einzeletappen und keine eigenen Wege.)

… FußgängerInnen durchschnittlich 1,4 km am Tag zurücklegen,
FahrradfahrerInnen 3,5 km.
AutofahrerInnen (inkl. MotorradfahrerInnen), Auto-MitfahrerInnen und Personen in Öffentlichen Verkehrsmitteln legen rund 16 km zurück.

… die tägliche Unterwegszeit mit 70 Minuten gegenüber 1995 konstant geblieben ist. Während die Anzahl der Wege geringfügig abgenommen hat (knapp 3 Wege), sind die Weglängen deutlich gestiegen (von 28 auf 34 km).

… am Wochenende weniger Öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden – sie stehen oft auch nur in reduziertem Ausmaß zur Verfügung – dafür steigt der Anteil der Auto-MitfahrerInnen stark an (Stichwort: Familienausflug).

... SeniorInnen (Personen ab 65 Jahren) deutlich mobiler als früher sind: Der Anteil der SeniorInnen an der Gesamtbevölkerung hat in den letzten 20 Jahren um rund 20% zugenommen und deren jederzeitige PKW-Verfügbarkeit ist stark angestiegen (von 26% auf 67%). Bei Personen ab 65 Jahren hat sich der Anteil der Wege mit dem Pkw mehr als verdoppelt, liegt aber mit 39% immer noch unter dem Durchschnitt (47%).
 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer entgeltlichen Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit).

 

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