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Alois Radelsböck: "Als öffentliches Gesundheitsunternehmen müssen wir uns unserer Vorbildwirkung bewusst sein"

Die tirol kliniken haben sich im November 2017 dem Klimabündnis-Netzwerk angeschlossen. Im Energie-Bereich nimmt der größte Arbeitgeber Westösterreichs bereits ein Vorbildrolle ein. Jetzt will man sich auch in anderen Sektoren der Nachhaltigkeit engagieren. Alois Radelsböck, Leiter der ARGE Energie, über Herausforderungen und Erfolgserlebnisse:

Alois Radelsböck © tirol kliniken

Herr Radelsböck, die tirol kliniken haben sich im November dem Klimabündnis-Netzwerk angeschlossen. Sie sind aber schon seit Jahren dabei, die Energieeffizienz im Unternehmen zu verbessern. Was waren die drei wesentlichen Meilensteine bisher?

Seit 2007 leite ich die Abteilung Bau und Technik. Seit dem werden unsere Neubauten und Sanierungen in Niedrigenergiebauweise errichtet. Das Ergebnis ist 50 % besser als in der OIB Richtlinie 6 (Energetisches Verhalten von Gebäuden) gefordert.

Ein wichtiger Schritt bei der Sensibilisierung unserer MitarbeiterInnen ist die Kampagne „5 Mal Mehr Energie am Arbeitsplatz“. Sie läuft seit 2014 und zeigt, dass wir durch kleine Maßnahmen gezielt Energie sparen können.

Auch ein großer Erfolg: Die Einführung des Energie-Managements 2015 im gesamten Unternehmen und die Zertifizierung des EM 2016 nach ISO 50001. Alle technischen und organisatorischen Energieeinsparungspotentiale werden in einem Aktionsplan erfasst, bewertet und nach ihrer Priorität umgesetzt.

Im Bereich Energie sind die tirol kliniken vorbildlich. Das Klimabündnis bewertet aber auch Bereiche wie Abfall, Beschaffung und Verpflegung. Wo sehen Sie das meiste Potenzial?

Bei der Verringerung des Papierverbrauchs! Dazu werden wir 2018 technische und auch organisatorische Maßnahmen entwickeln und umsetzen.

Klimaschutz in Betrieben funktioniert am besten, wenn alle an einem Strang ziehen. Was machen die tirol kliniken um die MitarbeiterInnen und Führungspersonen von den Klimabündnis-Zielen zu überzeugen?

Im Zuge der Aufnahme der tirol kliniken zum Klimabündnis im November haben wir eine Informationsveranstaltung unter dem Motto „5 Mal mehr Energie am Arbeitsplatz“ für unsere Führungskräfte organisiert. Auch eine neue Broschüre ist entstanden, die nun elektronisch an alle unsre MitarbeiterInnen verteilt wurde und bei Bedarf auch in Papierform zur Verfügung steht.

Gibt es auch Ansätze um bei PatientInnen und BesucherInnen Bewusstsein für einen nachhaltigen Lebensstil zu schaffen?

Ja, das Video vom Song „5 Mal mehr Energie“ wurde auch in einer sehr verständlichen Weise mit Schautafeln in Stummversion gedreht und läuft nun immer wieder auf den Monitoren in unseren Ambulanzen. So werden unsere Botschaften auch an unsere Patientinnen und Patienten und allen wartenden BesucherInnen vermittelt.

Nachhaltigkeit bezieht sich nicht nur auf ökologische, sondern auch auf soziale und ökonomische Faktoren. Wo sehen Sie hier die Verantwortung der tirol kliniken?

Als öffentliches Gesundheitsunternehmen müssen wir uns unserer Vorbildwirkung bewusst sein. Eine intakte Umwelt ist die Voraussetzung für Gesundheit.

Stoßen Sie bei Ihrer Arbeit manchmal an Grenzen?

Ja, das Energiemanagement und die Nachhaltigkeitsstrategie ist nur ein Teil meiner Tätigkeit. Der Hauptteil meiner Arbeit ist die Leitung der Abteilung Bau und Technik und die Verantwortung für alle Neubauten und Sanierungen.

Was war ihr persönliches Erfolgserlebnis in der bisherigen Klimaschutz-Arbeit?

Energie und Nachhaltigkeit lässt niemanden kalt. Ich habe ganz viele positive, aber auch konstruktiv-kritische Rückmeldungen bekommen, das bestätigt letztendlich alle Mühen und, dass wir auf dem richtigem Weg für uns und unsere Kinder sind.

Ein schönes Zitat dazu lautet: Der größte Feind des Erdklimas ist nicht das CO2 sondern die Gleichgültigkeit!

Beim Gemeindeforum "Klimaschutz" von Klimabündnis Tirol wurden die tirol kliniken feierlich im Klimabündnis willkommen geheißen. © Klimabündnis Tirol/Reuter
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