40 Standorte, 5 Kontinente, 1 Nachhaltigkeitsstrategie

40 Standorte, 5 Kontinente, 1 Nachhaltigkeitsstrategie: Interview mit Alexander Speckle, ILF Consulting Engineers Austria GmbH

Das Bild zeigt das ILF Consulting Engineers Austria GmbH Office-Gebäude in Rum.
Das ILF Consulting Engineers Austria GmbH Office-Gebäude in Rum.

Zuwachs in unserem Netzwerk: Das Ingenieurs- und Beratungsunternehmen ILF ist Klimabündnis-Betrieb. Im Interview sprechen wir mit Geschäftsführer Alexander Speckle über eine Nachhaltigkeitsstrategie, die sich über fünf Kontinente spannt.

ILF Consulting Engineers Austria GmbH ist sowohl in den Bereichen Öl & Gas und Verkehrsinfrastruktur tätig, als auch in den Bereichen Energie & Klimaschutz und Umwelt. Wie gehen die Themen zusammen?

Die Themen passen, zumindest auf den zweiten Blick, sehr gut zusammen, wenn man auf unsere Entwicklungsstrategie schaut. Die ILF hat sich den SDGs verschrieben: Sauberes Wasser, bezahlbare und saubere Energie, resiliente Infrastrukturen, nachhaltige Städte und Gemeinden, Klimaschutz sind hier die wesentlichsten Punkte und genau hier setzen wir an. Im Öl- und Gassektor arbeiten wir mit unseren Kunden vor allem an innovativen Lösungen bei der Energie- und Ressourceneffizienz von bestehenden Anlagen und planen zum Beispiel Pipelinesysteme mit hohen Anforderungen an die Umweltverträglichkeit und die soziale Verträglichkeit. Dieses Geschäftsfeld ist für uns kein Wachstumssektor, unsere Zukunft steckt in erneuerbaren Energien und modernen Stromnetzen.

ILF leistet Pionierarbeit bei nachhaltigen Technologien für erneuerbare Energien. Wo sehen Sie als Experte hier besonders viel Potenzial?

Das Potenzial liegt sicherlich in der intelligenten Kombination verschiedener Technologien wie Wind- und Sonnenenergie kombiniert mit Wasserkraft, im Bereich Wasserstoff und in intelligenten Stromspeicher und Stromnetzen. Dies ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die zweite Seite liegt in der Energieeffizienz, und zwar im gesamten Lebenszyklus einer Infrastruktur oder eines Gebäudes.

Das Bild zeigt  Alexander Speckle, Geschäftsfphrer der ILF Consulting Engineers Austria GmbH
Alexander Speckle, Geschäftsfphrer ILF Consulting Engineers Austria GmbH

Am Standort in Rum wurde der KlimaCheck von Klimabündnis Tirol gemacht. Das Thema Mobilität schlägt sich stark in der CO2-Bilanz nieder (über 90 % machen Arbeits- und Dienstwege aus). Welche Pläne gibt es nun als Klimabündnis-Betrieb?

Das Thema der Mobilität steht bei uns als international tätiges Unternehmen ganz oben auf der Agenda. Wir sind dabei, unseren Fahrzeugpool auf Elektromobilität umzustellen und als starker Partner von ÖBB und DB nutzen wir den öffentlichen Verkehr wo immer möglich. Die ILF unterstützt die Green-Points-Initiative der ÖBB und steigert die Bahnfahrten von Jahr zu Jahr.

Die Corona-Pandemie hat unsere Arbeitswelt sehr verändert: mehr Homeoffice, weniger Dienstreisen, weniger Flüge. Was ist Ihr Learning aus diesen Entwicklungen?

Die Erkenntnisse der letzten Monate haben uns gezeigt, dass weniger manchmal mehr ist. Zusammenarbeit und Kooperation funktioniert bis zu einem gewissen Grad auch virtuell sehr gut und effizient. Weniger Dienstreisen auch nach der Pandemie wird sicherlich eine Erkenntnis sein, aber ganz ohne direkte soziale Interaktionen wird es nicht gehen und dies gehört auch zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit dazu. Innerhalb des D-A-CH-Raumes setzen wir auf die Weiterführung der vergangenen Jahre: weg vom Auto, hin zum öffentlichen Verkehrsmittel. Der wichtigste Aspekt ist in dieser Diskussion sicherlich der Klimaschutz aber auch eine geringere Belastung für unsere MitarbeiterInnen. Auch beim Thema Home-Office sehen wir Zukunftspotenzial, einerseits zur Verringerung der Arbeitswege aber auch zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die ILF Consulting Engineers Austria GmbH ist Klimabündnis Betrieb. Das Bild zeigt das "Wir sind Klimabündnis Betrieb"-Logo des Klimabündnis Tirol.
Die ILF Consulting Engineers Austria GmbH ist Klimabündnis Betrieb.

Die ILF Gruppe hat 2020 ein Leitbild für Nachhaltigkeit veröffentlicht, das sich an den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung orientiert. Wo liegen die Schwerpunkte?

Das stimmt, die SDGs der Vereinten Nationen stellen in Zukunft den konzeptionellen Rahmen für unsere Strategie und Unternehmensweiterentwicklung dar. Aktuell sind wir dabei, das Bewusstsein im Unternehmen zu schaffen und unser Geschäftsumfeld bezüglich der SDGs noch besser zu verstehen, um unser Dienstleistungsportfolio strategisch anpassen zu können. 2021 werden wir einen ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. Konkret heißt dies auch, den IST-Zustand zu ersten Key-Perfomance Indikatoren zu erheben sowie Ziele und Maßnahmen für die Gruppe im Allgemeinen und für jeden Standort im Speziellen zu definieren und umzusetzen. Der wichtigste Punkt hierbei ist die MitarbeiterInnen an allen Standorten mitzunehmen und zu motivieren, an jedem Standort motivierte Nachhaltigkeitskoordinatoren als Schnittstelle zu haben und einen offenen und transparenten Kommunikationskurs zu führen.

Stichwort: Klimagerechtigkeit. Was kann die ILF dazu beitragen, damit die Länder des globalen Südens nicht den Klimawandel, der hauptsächlich von Industrieländer verursacht wurde, ausbaden müssen?

Genau aus diesem Grund stellen wir uns unser Verantwortung bezüglich unseres Beitrages zur Zielerreichung der SDGs. Diese sind ja aufbauend auf den Millennium Development Goals zu sehen, die ja den globalen Süden im Zentrum hatten. Unser Beitrag bedeutet zum einen Klimaschutz im Unternehmen und im Rahmen unserer Dienstleistungen in den Industrieländern weiter voran zu treiben, aber noch viel mehr bedeutet dies, durch innovative, nachhaltige und partizipative Projekte, die durch die internationalen Finanzierungsinstitutionen gefördert oder finanziert werden, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im globalen Süden zu leisten. Mit vollem Engagement und mit der entsprechenden Haltung im Unternehmen.

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