Tiroler Klimaforum 2021: Brennpunkt Klimaziele

„Klimaschutz ist eine soziale Frage“, darüber waren sich die Referentinnen des Tiroler Klimaforums einig. Die vielseitige Veranstaltung ging am 19. November über die virtuelle Bühne. Hier die wichtigsten Erkenntnisse und Videos zum Nachsehen.

Eine Lupe vor Bäumen, durch die das Sonnenlicht fällt.
Foto: Sam/unsplash.com

Beim Tiroler Klimaforum für Betriebe am Vormittag, erklärte Renate Paumann vom Bundesministerium für Klimaschutz den Maßnahmenplan „Fit for 55“ der Europäischen Union. Es folgten Redebeiträge von Anabel Heger (Klimabündnis-Betriebe), Cornelia Erler-Wolf (Gemeinwohl-Ökonomie), Marlene Hopfgartner (WKO) und Sybille Simon (climate partners).

Ein Leuchtturmprojekt des nachhaltigen Wirtschaftens steht in Serfaus: das Kölner Haus. Geschäftsführerin Anja Hangl appellierte an ein Umdenken bei Politik, Wirtschaft und Tourismus.

In ihrem Vortrag beteuerte die Autorin Kathrin Hartmann, dass man die ökologische nicht gegen die soziale Frage ausspielen dürfe. Die Befähigung, klimafreundlich zu leben, ist zur Klassenfrage geworden: Wer hat in einer Arbeiter:innengesellschaft die „Freiheit“, sich um das Klima zu sorgen? Wer kann sich Bio-Lebensmittel leisten, wenn die Stromrechnung am Ende des Monats eine Zitterpartie ist? Die Debatte müsse neu gedacht werden: Klimaschutz muss leistbar für alle sein.

Ein nachhaltiger gesellschaftlicher Wandel, bringt aber auch Veränderungen mit sich, die nicht allen gefallen, ist sich Anna Pixer vom Momentum Institut sicher. Bestimmte Branchen, wie die Kohle- oder Flug-Branche können nicht weitermachen wie bisher. In der Podiumsdiskussion rief Anna Pixer die Politik zu mutigeren Entscheidungen auf.

Politische Vertreterin bei der Podiumsdiskussion war LHStv.in Ingrid Felipe. Als Klimaschutzlandesrätin gehe ihr vieles zu langsam, so Felipe. Sie appellierte aber auch, jene Schritte anzuerkennen, die bereits in eine gute Richtung gehen: Klimaticket, öko-soziale Steuerreform, Klimabonus, etc.

Einen Blick über den europäischen Tellerrand machte das Tiroler Klimaforum mit einer Live-Schaltung nach Brasilien zu Kay Sara. Die brasilianisch-indigene Schauspielerin zeigte ihren Blick auf eine klima-un-gerechte Welt, in der Regenwald zu Geld gemacht wird und die Rechte von indigenen Menschen missachtet werden. Die Kunst habe die Kraft, Probleme sichtbar zu machen, so die Schauspielerin.

Moderation: Monika Kalcsics, Ö1

Eine Veranstaltung von Klimabündnis Tirol in Zusammenarbeit mit der Abteilung Landesentwicklung des Landes Tirols.

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