Mitglied des Monats: Impulsgeberin für die Politik - Die Klimabündnis-Gruppe Inzing

Wir haben uns aufgemacht nach Inzing, um unser Mitglied des Monats zu treffen. Ein Gespräch mit der Klimabündnis-Gruppe über Wahlkampf, Klimabilanz und große Hoffnungen für die Zukunft.

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Auf dem 4-minütigen Weg vom Inzinger Bahnhof zum Gemeindeamt passieren wir ein Parteiplakat nach dem anderen. Inzing – so wie 273 weitere Tiroler Gemeinden – sind im Wahlfieber. Und auch mit Renata Wieser und Peter Oberhofer, die wir vor dem Gemeindeamt treffen, fällt das Gespräch sofort auf die Gemeinderatswahlen. Renata war selbst 20 Jahre Gemeinderätin und 12 Jahre Obfrau des Umweltausschusses. Sie steht nicht mehr auf einem der vorderen Listenplätze und sieht den Wahlausgang deshalb gelassen. Am Thema Klimaschutz kommt ihrer Meinung nach sowieso niemand mehr vorbei.

„Alle Listen haben das Thema mehr oder weniger im Programm. Und in Inzing haben wir im letzten Jahr einiges an Vorarbeit geleistet. Wir wissen, wo wir stehen, jetzt müssen wir ins Tun kommen.“

(von rechts) Renata Wieser und Peter Oberhofer aus der Inzinger Klimabündnis-Gruppe mit der Klimabündnis-Beraterin Renate Doppelbauer.
(von rechts) Renata Wieser und Peter Oberhofer aus der Inzinger Klimabündnis-Gruppe mit der Klimabündnis-Beraterin Renate Doppelbauer.

Schauen, wo wir stehen.

Um den Status-quo zu erheben, hat Inzing 2021 zum einen im Gemeindeamt und im Kindergarten einen KlimaCheck gemacht, und zum anderen vom Klimabündnis die gesamte Klimabilanz der Gemeinde berechnen lassen. Dabei wurden alle Sektoren bewertet, vom Wohnen über die Landwirtschaft bis zur Mobilität.

Herausgekommen ist, was man schon vermutet hat: Das Heizen und der Verkehr wirken sich schlecht auf die Klimabilanz aus. „Das liegt unter anderem an einigen Betriebsstandorten in der Nähe, deren LKWs in der Gemeinde gemeldet sind“, weiß Peter Oberhofer. Er engagiert sich ehrenamtlich in Inzing für die Themen Klima und Mobilität und koordiniert auch die Aktivitäten der Klimabündnis-Gruppe. Die Gruppe wurde nach dem Beitritt von Inzing zum Klimabündnis 2005 gegründet und ist seitdem aktiv.

„Das Schöne ist, dass sich immer wieder neue Leute der Klimabündnis-Gruppe anschließen und wir einen guten Draht zur Politik haben.“

Blick vom Gemeindeamt Inzing zum Kindergarten
Gemeindegebäude auf Herz und Nieren geprüft: Neben der Klimabilanz hat Inzing einen KlimaCheck für das Gemeindeamt und den Kindergarten mit dem Klimabündnis Tirol gemacht. Die Ergebnisse fließen in einen partizipativen Workshop ei

Gemeinsam aktiv werden.

Im Frühjahr 2022 ist ein Workshop unter Anleitung des Klimabündnis Tirol geplant, in dem die Ergebnisse der Klimabilanz bearbeitet werden. Mit dabei sind politische Entscheidungsträger:innen, aber auch Personen aus der Zivilgesellschaft, aus der Wirtschaft und aus Bildungseinrichtungen. Es geht darum, einen konkreten Fahrplan für die kommenden Jahre zu entwerfen.

„Wir setzen große Hoffnungen in den Prozess. Nicht zuletzt, weil die Klimabilanz gezeigt hat, dass auch wirtschaftliches Potenzial im Klimaschutz steckt."

Wünschenswert wäre für die beiden Mitglieder der Klimabündnis-Gruppe eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gemeindeamts, E-Carsharing, der Umstieg auf Ökostrom, bessere Infrastruktur für Radfahrende und bewusstseinsbildende Maßnahmen.

Impulse setzen.

Bewusstseinsbildung steht schon seit vielen Jahren auf der Agenda der Klimabündnis-Gruppe. „Wir setzen auf Mitmach-Aktionen, wo nicht nur Klimaschutz im Mittelpunkt steht, sondern Begegnungsräume geschaffen werden“, erzählt Renata. Ein Renner sei das Repair Café in Inzing. Aber auch das Fahrrad-betriebene Klimakino ist immer gut besucht. Beworben werden die Veranstaltungen über Mundpropaganda, eine Plakatwand, den Veranstaltungskalender und den eigenen WhatsApp-Status.

„Wir setzen Impulse für die Politik und nutzen dafür die Angebote von Organisationen wie dem Klimabündnis. Da halten wir immer die Ohren offen, was es neues gibt“, ergänzt Peter. Der passionierte Radfahrer hat auch die Teilnahme von Inzing am PRO-BYKE Prozess angezettelt. „Oft braucht es nur kleine Änderungen, wie die Neujustierung eines Verkehrsspiegels, um Gefahrenstellen für Radelnde zu entschärfen.“

Fahrradlenker vor dem Bahnhof in Inzing
Durch die Nähe zu Innsbruck und die gute Zugverbindung, kommen viele Pendler:innen mit dem Rad zum Bahnhof, wo es bereits überdachte Abstellanlagen gibt.

Inzing aufs Rad bringen.

Und damit der Spaß am Radeln nicht zu kurz kommt, startet am 20. März auch in Inzing wieder die Aktion „Tirol radelt“. Alle Tirolerinnen und Tiroler können sich ein Online-Konto anlegen und die geradelten Kilometer einer Gemeinde gutschreiben.

Um die Inzinger:innen zu motivieren, wird es heuer wieder Preise für die fleißigen Radelnden, sowie eine Start- und Abschlussveranstaltung geben.

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