Mitglied des Monats: Wachs ist Schnee von gestern

Der Sportshop und Skiverleih Sport Rudi in Kirchberg ist gerade auf dem Weg zum Klimabündnis-Betrieb und jetzt schon: unser Mitglied des Monats! Im Interview erzählt uns Inhaber Florian Huter warum herkömmliche Skiwachse bald ausgedient haben und wie er Gästen dabei hilft, mit den Öffis anzureisen.

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Hallo Florian, wie läuft die heurige Wintersaison für euch?

Nach dem Totalausfall der letzten Saison sind wir froh, dass die Gäste heuer wieder ihren Winterurlaub bei uns in Tirol verbringen können. Die Urlauber:innen brennen nach diesem schwierigen Jahr richtig darauf, wieder ein paar Schwünge in den Schnee zu zaubern. Deshalb sind wir mit dem bisherigen Verlauf der Saison ganz zufrieden.

Der Ruf nach nachhaltigem und umweltfreundlichem Wirtschaften macht auch vor dem Wintersport nicht halt. Was tut sich diesbezüglich in deiner Branche?

Da gibt es einige Initiativen und neue Entwicklungen. Besonders gefällt uns ein neuartiges Liquid, das wir statt der altbekannten Skiwachse für Ski und Snowboards verwenden. Gewässeranalysen haben nämlich gezeigt, dass sich Paraffine und sonstige Chemikalien, die in herkömmlichen Wachsen enthalten sind, in Gewässern anreichern und so in die Nahrungsmittelkette gelangen. Dieses Liquid enthält keine giftigen Inhaltsstoffe und ist vollständig biologisch abbaubar.

Das klingt ja nach einer spannenden umweltfreundlichen Innovation! Ist das Aufbringen des neuen Liquids kompliziert?

Nein gar nicht, das ist ein weiterer großer Vorteil. Skiwachse müssen für die Aufbringung erhitzt werden, dafür ist viel Strom notwendig.

"Das Liquid, das von einer oberösterreichischen Firma entwickelt wurde, kann aufgrund seiner flüssigen Konsistenz einfach und ohne zusätzliche Wärmeenergie aufgetragen werden. Dadurch können wir unseren Stromverbrauch reduzieren - das freut die Umwelt und das Geldbörserl."

Florian Huter von Sport Rudi, Foto: Sport Rudi
Florian Huter von Sport Rudi, Foto: Sport Rudi

Das Thema Energie scheint sehr wichtig für dich zu sein. Welche Ziele möchtest du in der Klimabündnis-Partnerschaft in den nächsten Jahren umsetzen?

Ich bin sehr technikaffin und beschäftige mich viel mit erneuerbarer Energie. Für die Stromerzeugung aus Solarenergie müssen wir unbedingt unsere Dachflächen im großen Stil nutzen. Deshalb möchten wir uns in naher Zukunft eine Photovoltaik-Anlage anschaffen und vielleicht sogar in Kirchberg eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft mit der Gemeinde und anderen Betrieben gründen. Durch das Klimabündnis ist mir klar geworden, dass man in jedem Bereich des Unternehmens kleine Schritte für mehr Nachhaltigkeit setzen kann. Deshalb möchten wir beispielsweise unser Putzmittelsortiment auf ökozertifizierte Reinigungsmittel umstellen und unser Kaffee soll zukünftig aus Fairtrade- und Bio-Anbau sein.

Sportshop und Skiverleih Sport Rudi, Foto: Sport Rudi
Sportshop und Skiverleih Sport Rudi, Foto: Sport Rudi

Zurück zum Tourismus: Ein großes Problem ist die Mobilität. Viele Gäste reisen nach wie vor mit dem Auto in den Skiurlaub. Wie könnte man dem deiner Meinung nach entgegenwirken?

Da viele wegen der schweren Skiausrüstung mit dem Auto kommen, haben wir uns ein Zuckerl für unsere Kund:innen überlegt: Wenn sie uns ihren Ski vor dem Urlaub per Post schicken, überprüfen wir den Skibelag, die Bindung und die Kanten und bringen bis zur Ankunft alles auf Vordermann. Das hat den Vorteil, dass die Gäste mit leichterem Gepäck in Öffis anreisen können und nach ihrer Ankunft sofort mit ihrem erneuerten Material ins Wintervergnügen losstarten.

Gute Idee! Und wie sieht es mit „ausleihen statt selbst besitzen“ aus?

"Auch wir spüren diesen Trend. Unsere Kund:innen leihen immer öfter ihre Ski- oder Snowboardausrüstung aus, anstatt sie zu kaufen."

Das erleichtert einerseits die Anreise mit den Öffis, andererseits steht immer perfekt servicierte und sichere Ausrüstung zur Verfügung - egal ob Neuschnee oder eisige Tiefsttemperaturen. Außerdem wird der Ski während seiner Lebensdauer effizient genutzt und steht nicht das ganze restliche Jahr ungenutzt im Keller.

Danke für das Gespräch

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