Green IT: Gut fürs Unternehmen, gut fürs Klima

Nachhaltig einkaufen ist gefragt! Besonders schwierig wird es aber, wenn es um IT und Elektrogeräte geht. In unserem Kommentar zu Green IT erfahrt ihr was speziell Betriebe tun können um beim Kauf und Gebrauch von Soft- und Hardware Ressourcen zu schonen.

Daten auf einem Bildschirm
Foto: Markus Spiske/Pexels

Kommentar von Martin Stolz

Informationstechnologie (ICT) ist längst ein essentieller Bestandteil unseres wirtschaftlichen und sozialen Lebens. Immer größere Datenmengen können dank leistungsfähigerer Systeme in wenigen Sekunden transferiert und verarbeitet werden. Neben den zahlreichen positiven Effekten der digitalen Transformation, gibt es auch Schattenseiten: sowohl der Energie- als auch der Ressourcenverbrauch schnellte in den letzten Jahren nach oben.

Laut Berechnungen des französischen Think Tanks „The Shift Project“ war der ICT-Bereich im Jahr 2019 für ca. 3,7 Prozent des globalen CO2- Ausstoßes verantwortlich. Strömen weiterhin steigende Datenmengen durch das Netz, wird die Branche 2025 bereits für 8 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich sein. (The Shift Project; 2019). Zudem steigt die Nachfrage nach seltenen Erden und kritischen Metallen kontinuierlich an, welche essentiell für digitale Technologien sind. Das wiederum kann nicht nur schwere ökologische, sondern auch soziale Folgen haben.

Green IT – was ist das eigentlich?

Green IT ist ein Sammelbegriff für Dienstleistungen und Produkte, die technologischen Fortschritt und Umweltschutz verbinden, mit dem Ziel möglichst ressourcenschonend zu agieren Dabei erstrecken sich die Maßnahmen von der Herstellung bis zur Entsorgung über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes. Aber auch der Einsatz von IT zur Ressourceneinsparung, wie z.B. der Ersatz einer Dienstreise durch Videokonferenzen, stellt einen Aspekt von Green IT dar. Konkret möchte Green IT:

  1. Faire und soziale Arbeitsbedingungen sowie geringerer Ressourcen- und Energieverbrauch bei der Produktion von Soft- und Hardware
  2. Fokus auf stromsparende und langlebige und Produkte, die recycelbar sind

Warum setzen Unternehmen auf Green IT?

Neben dem Schutz von Mensch und Natur, schafft der Einsatz von Green IT auch einen Wettbewerbsvorteil für Betriebe. Durch die steigenden Rohstoff- und Energiepreise, werden auch die Kosten von Soft- und Hardware immer höher. Aus diesem Grund ist es in vielen Branchen allein aus wirtschaftlichem Interesse sinnvoll ressourcenschonende ICT-Strukturen zu schaffen.

Tipps von Klimabündnis Tirol zur Green IT im Unternehmen:

  • Einkauf: Kauf von nachhaltiger Hardware mit entsprechenden Labels (Energy Star, TCO, usw.)
  • Papierloses Büro: durch die Vermeidung von Ausdrucken wird nicht nur Papier und Farbe gespart, sondern letztlich auch unnötige Kosten.
  • Cloud-Hosting: Daten und Anwendungen sollten bei zertifizierten Rechenzentren anstatt unternehmensintern gespeichert werden.
  • Modernisierung der ICT-Infrastruktur: durch Virtualisierung und Zentralisierung von Diensten wird IT-Infrastruktur vereinfacht und somit Ressourcen gespart
  • Mobile Arbeitsprozesse: mobile Arbeitsgeräte wie Laptops verbrauchen nicht nur weniger Energie wie Stand-Computer, sondern ermöglichen es auch von zu Hause aus zu arbeiten. Dadurch können sowohl Dienst- als auch Arbeitswege eingespart werden.
  • Richtige Entsorgung: ICT- Hardware muss sachgerecht entsorgt werden, um einen hohen Recyclinggrad bzw. eine Weiterverwendung zu gewährleisten.

Online Workshop-Reihe von Klimabündnis Tirol

Nachhaltige Beschaffung am Beispiel der Informations- und Kommunikationstechnologie:

  • Mi., 23.9. NACHHALTIG einkaufen: Bedeutung und Relevanz des Themas für Klimabündnis-Betriebe
  • Do. 15.10. NACHHALTIG einkaufen – EFFIZIENT gestalten: Kriterien, Siegel und Maßnahmen auf dem Weg zur Green IT
  • Di. 17.11. NACHHALTIG einkaufen – eine ganzheitliche Betrachtung

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