Endlich wieder reisen, aber klimafreundlich

Die wahren Kosten für den Fernverkehr: Um 25 Euro mit dem Flugzeug von Innsbruck nach Berlin für einen Städtetrip, oder lieber doch um 15 Euro mit dem Bus nach Mailand zum Shoppen? Reisen ist beliebt und auch erschwinglich, aber oft eine Belastung für das Klima. Bei den Ticketpreisen für den Fernverkehr werden Klimafolgen, die alle betreffen, bisher leider nicht eingerechnet.

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Spektakuläre Schnäppchenpreise sind bei Airlines und Fernbussen an der Tagesordnung – Preise, mit denen die Bahn, trotz Aktionstickets, oft nicht mithalten kann. Trotzdem ist die Bahn immer noch die Nummer eins unter den klimafreundlichen Verkehrsmitteln, wenn es um lange Strecken geht. Auffällig ist, dass gerade die klimaschädlichen Massenverkehrsmittel im Fernverkehr besonders günstig sind.

Zum Vergleich: Mit dem Flugzeug zu reisen verursacht 30 Mal so viel CO2e wie mit der Bahn. Die Fahrt im privaten PKW kommt auf 15 Mal so viel und mit dem Fernbus verursacht man 3,6 Mal so viele Emissionen.

Wie kann Fliegen also so günstig sein?

Die Kosten des Klimawandels werden bis heute vor allem von der Allgemeinheit getragen und sind im Ticketpreis nicht entsprechend berücksichtigt. Im Gegenteil: Der Flugverkehr profitiert von historisch gewachsenen Begünstigungen bei Umsatzsteuer oder Mineralölsteuer. Wie in den meisten Ländern gibt es etwa in Österreich bei Kerosin Befreiungen von Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer.

Die Österreichischen Bundesbahnen hingegen sollen erst aktuell im Rahmen des Gesetzespakets zur Ökologisierung des Steuersystems von den Abgaben auf selbsterzeugten Ökostrom befreit werden. Lohn- und Preisdumping bei vielen Airlines und geringe Flugticketabgaben tragen ihr Übriges zu den Preisen bei.

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Und wie ist es mit den günstigen Fernbussen?

Auch wenn ein Bus weniger CO2e verursacht als ein Flugzeug – und auch der individuellen Anreise mit dem PKW vorzuziehen ist – kann er doch mit der Ökobilanz der Bahn nicht mithalten.

Die günstigen Ticketpreise sind nur möglich, weil Fernbusse hierzulande nur auf Autobahnen eine Maut entrichten (in Deutschland entfällt auch diese), während die Bahn für jeden Kilometer Schienenmaut bezahlt. Relativ geringe Personalkosten durch europaweit einsetzbares Personal und geringe technische und administrative Hürden für grenzüberschreitende Verbindungen sind weitere Gründe für die günstigen Preise.

Alternative: Schlafend durch Europa reisen!

Von der europaweiten Renaissance der Nachtzüge profitiert auch Tirol mit neuen Direktverbindungen und vielen spannenden Reisezielen von Amsterdam bis Zagreb. Die Nachtzugreise ist nicht nur klimafreundlich, sondern bietet auch die Möglichkeit, ausgeruht am Morgen mitten in einer europäischen Metropole anzukommen.

Hier gibt's eine Übersicht über das Nightjet-Streckennetz

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