Recycling: So wertvoll sind unsere Abfälle

Recycling ist genial, birgt enormes Einsparungspotenzial und schont die Umwelt. Aber nur, wenn es richtig gemacht wird. Wie das geht erklärt Dustin Klüger von den IKB im Gastkommentar.

Nur wer den Wert des Abfalls kennt, kann aktiv an einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft arbeiten.

eine gelbe, blaue, rote und grüne mülltonne an einer wand
Foto: Pawel Czerwinski, unsplash.com

Ob Zuhause, unterwegs oder in der Arbeit, Abfälle begleiten uns überall. Trotzdem beschäftigen wir uns selten damit, was eigentlich nach dem Entsorgen mit den Abfällen passiert – sie erscheinen uns wertlos. Recycling beweist das Gegenteil: Abfälle werden zu Wertstoffen, wenn sie richtig entsorgt und wiederverwendet werden.

Abfall oder Wertstoff?

Mit Recycling ist die Wiederverwertung von Abfällen gemeint. Hierfür muss zunächst zwischen verwertbaren und nicht verwertbaren Abfällen unterschieden werden:

  • Nicht wiederverwertbare Abfälle verursachen auch nach ihrer Entsorgung Kosten und wirken als Belastung auf die Umwelt und unsere Gesellschaft, zum Beispiel Atommüll.
  • Verwertbare Abfälle – also Wertstoffe – können wieder zu Rohstoffen verarbeitet werden und somit zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen. Diese Verarbeitung nennt man Recycling, frei übersetzt „die Wiedereinführung in den Kreislauf“.
Plastikflaschen im Müll
Foto: unsplash.com

Die Grenzen des Recyclings

An sich ist das Prinzip von Recycling genial: Aus Ursprungsmaterialien wie Kunststoffe, Glas und Karton entstehen Produkte und Verpackungen und vice versa. Theoretisch wäre der Rohstoffkreislauf komplett geschlossen. Theoretisch.

Leider gibt es viele Faktoren, die den Kreislauf behindern können:

  • Materialverbunde (Getränkekartons, Stahlbeton oder Spanholzplatten) können nicht recycelt werden. Es bleibt meist nur die thermische Verwertung, sprich Verbrennung der Abfälle.
  • Die Recyclingfähigkeit bei Materialien ist sehr unterschiedlich. PET-Produkte können zum Beispiel zu 100 % aus altem, recyceltem PET hergestellt werden. Bei Glas hingegen liegt der maximale Anteil an Recyclingmaterial bei nur 40 %.
  • Entscheidend ist die Qualität der Ausgangsstoffe. Nur wenn Materialien sortenrein gesammelt werden ist die Weiterverwendung in Form von Recycling möglich.

Hängt nun der Aluminiumdeckel noch am Joghurtbecher, so erkennt die Anlage, dass es sich um verschiedene Materialien handelt und sortiert den Becher samt Deckel aus. Für das Recycling ist er dann verloren.

Wir sind die beste Sortieranlage der Welt

Deswegen sind wir Menschen als Konsumenten die beste Sortieranlage der Welt. Vor der Entsorgung können wir den Abfall auseinandernehmen, in seine Bestandteile zerlegen und in den jeweiligen Wertstofftonnen fachgerecht entsorgen. Und während des Einkaufs können wir uns für Produkte entscheiden, die verpackungsfrei sind oder aus Materialien bestehen, die bestmöglich recycelbar sind.

Dustin Klüger
Foto: IKB

Ein Gastkommentar von Dustin Klüger MSc,

Umwelt ‑ und Abfallberater bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben (IKB)

und Referent bei der Workshopreihe "Kreislaufwirtschaft" für (Klimabündnis-) Betriebe.

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