SynCraft macht Kohle, aber die gute!

Holz verbrennen, um Wärme zu erzeugen - das ist ein altbewährtes Konzept. Dass aus diesem wertvollen Rohstoff aber noch viel mehr gemacht werden kann, zeigt unser Mitglied des Monats  SynCraft. Neben Wärme wird nämlich  Strom und Pflanzenkohle aus Hackgut gewonnen. Eine echte Innovation, die auch das Klima freut: Denn in der Pflanzenkohle wird CO2 dauerhaft gebunden. Diese bahnbrechende Idee aus Tirol wird nun in die ganze Welt exportiert.

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Bei SynCraft in Schwaz wird fleißig geplant und konzipiert. Die klimapositiven sogenannten „Rückwärts-Kraftwerke“ sind eine Revolution im Sektor der Holzkraftwerke und werden international stark nachgefragt. Mit der selbst entwickelten und patentierten „Schwebefestbett-Technologie“ gewinnt der Klimabündnis-Betrieb aus Waldhackgut ressourcenschonende Bioenergie. Je nach Einsatz entstehen daraus wiederum verschiedene Energieträger wie Strom, Wärme, Erdgas-Ersatzgas und bald auch Wasserstoff.

Pflanzenkohle statt Asche – eine klimapositive Innovation

Bei der Verbrennung von Holz bleibt normalerweise Asche übrig. Nicht so bei den Kraftwerken von SynCraft. Hier entsteht kein Abfallprodukt, sondern ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz in Form von Pflanzenkohle. Ein wesentlicher Anteil des im Holz gespeicherten Kohlenstoffs wird in der Pflanzenkohle dauerhaft gebunden. Daher auch der Begriff „Rückwärts-Kraftwerk“, weil CO2, das sich bereits in unserer Atmosphäre befindet, wieder dauerhaft in Biomasse gespeichert wird. Laut Analysen der Fachhochschule Dornbirn sind das gut 36 Gramm CO2 pro erzeugter Kilowattstunde.

„Für die Energiegewinnung in unseren klimapositiven Kraftwerken wird kein einziger Baum zusätzlich geerntet. Verarbeitet wird ausschließlich Waldhackgut aus der Region, also nur Restholz, das nicht einmal mehr zu Holzpellets gepresst werden kann. Es kann nämlich nur etwa ein Drittel eines Baumes für die Primärnutzung, also Möbel oder Bauholz, genutzt werden. Das ist echte und umweltfreundliche Reststoffnutzung und -verwertung.“

Marcel Huber, Gründer und Geschäftsführer von SynCraft

Syncraft Geschäftsführer Marcel Huber © Energie Tirol/Blitzkneisser

Zusätzlich zu den Vorteilen fürs Klima bietet die Pflanzenkohle eine weitere Einnahmequelle für den Betrieb. Sie kann vielseitig in der Industrie, in grünem Asphalt und bei der Reinigung von Wasser verwendet werden. Besonders eignet sich die Kohle als Futtermittelzusatz für Tiere. Erst reguliert sie die Verdauung von Wiederkäuern und kommt dann als Dünger aufs Feld, wo sie dauerhaft im Boden gespeichert wird.

„Theoretisch kann die Pflanzenkohle auch fürs Grillen eingesetzt werden, aber eigentlich ist dieser wertvolle Rohstoff viel zu schade, um beim nächsten Grillfest verbrannt zu werden“
 

Klimaschutz im gesamten Betrieb

Als Klimabündnis-Betrieb wird SynCraft in den nächsten Jahren auch Klimaschutzmaßnahmen im eigenen Unternehmen umsetzen und die gesamte Lieferkette der Produktion unter die Lupe nehmen. Die Komponenten für die Holzkraftwerke bestehen zu einem großen Teil aus Stahl und Metallen, deren Herstellung sehr energie- und ressourcenintensiv ist. Lieferant:innen sollen zukünftig Auskunft über die Emissionen ihrer Produkte geben und so zu einer Reduktion verpflichtet werden können. Durch die Elektrifizierung der Dienstautos und durch Öffi-Tickets für die Mitarbeiter:innen soll die Mobilität umweltfreundlicher werden. Anhand von interaktiven 3D-Modellen können die Kraftwerke virtuell begangen und Kund:innen vorgestellt werden, so können Dienstwege reduziert werden.

© Energie Tirol/Blitzkneisser

Tiroler Know-How auch in Fernost

Die effizienten „Rückwärts-Kraftwerke“ sind mittlerweile weltweit gefragt. SynCraft begleitete bereits den Bau von Kraftwerken in Österreich und in vielen weiteren Ländern in Europa. Aber auch im fernen Osten setzt man auf das Know-How aus Tirol. In Japan konnten bereits vier Kraftwerkslinien erfolgreich in Betrieb genommen werden. Weitere sollen folgen.

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