Hotel Vier Jahreszeiten: Unser Luxus ist die Bergwelt

Die Ursprünglichkeit und Vielfalt von Flora & Fauna im Pitztal wird sowohl von Gästen als auch von Einheimischen geschätzt. Unser Mitglied des Monats und Klimabündnis-Betrieb in spe ist ein 4-Sterne Hotel mit Fokus auf aktive und gesundheitsbewusste Bergsportler:innen am Fuße des Pitztaler Gletschers.

Wie sich Klimaschutz und ein luxuriöser Urlaub in den Bergen miteinander vereinen lassen, haben wir Jasmin Walser, die gemeinsam mit ihrem Vater Othmar das Hotel Vier Jahreszeiten führt, gefragt.

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Hallo Jasmin,

wie läuft die heurige Sommersaison bisher? Kann man noch eine gewisse Corona-Skepsis spüren, oder ist es wieder ein „Sommer wie damals“?

Jasmin Walser: Die Sommersaison läuft heuer wieder relativ gut, ist aber verhaltener als vor Corona. Man merkt, dass es viele wieder ans Meer zieht, weil das jetzt länger nicht so gut möglich war. Wir haben aber auch viele Gäste, die der Hitze und dem Stress in vielen Badeorten entfliehen wollen und deshalb zu uns ins Pitztal kommen. Vor allem Bergsportler:innen genießen die kühleren Temperaturen.

Ihr seid ein 4-Sterne Betrieb und habt trotzdem die Minibars und Kaffeemaschinen aus den Zimmern verbannt.

Ja, wenn man bedenkt, wie viel Strom diese kleinen Minikühlschränke verbrauchen, ist uns diese Entscheidung sehr leichtgefallen. Wir befinden uns auf 1.680 m Seehöhe, da kann man Getränke auch im Sommer sehr gut ganz klimaneutral auf dem Balkon kühlen.

Luxus bedeutet nicht, eine Minibar oder eine Kaffeemaschine im Zimmer zu haben.

Wanderin geht am Hotel Vier Jahreszeiten vorbei
© Hotel Vier Jahreszeiten

Was bedeutet Luxus überhaupt?

Luxus heißt für mich einen aktiven sowie erholsamen Urlaub in einer hochalpinen Gletscherregion zu verbringen. Ganz nach unserem Motto „Beginne zu entdecken“ ist ein Urlaub bei uns von Erlebnissen und Eindrücken geprägt, die nach Innen und Außen wirken und so nachhaltig und lange im Alltag spürbar sind. Wir nennen es auch ab und zu „die Komfortzone verlassen“.

Gemüse auf einem schwarzen Teller
© Hotel Vier Jahreszeiten

In eurem Hotel wird den Gästen eine ¾ Pension angeboten. Am Abend gibt es täglich ein veganes Menü zu Auswahl. Warum gleich vegan und nicht vegetarisch?

Mit unserer veganen Speisenauswahl holen wir nicht nur unsere gesundheits- und klimabewussten Gäste ab, sondern auch Menschen mit Unverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz. Unsere Gerichte werden täglich frisch zubereitet, Produkte wie Wurst- oder Käseersatz bieten wir nicht an, weil sie voll mit Geschmacksverstärkern und Zusatzstoffen sind.

Veganes Essen liegt voll im Trend, das merken wir daran, dass das vegane Menü häufig der Menüauswahl mit Fleisch vorgezogen wird.

Im September bieten wir außerdem unsere „Yoga und Vegan Tage“ an, da ist dann auch die Jause am Berg vegan.

Was bedeutet Klimaschutz für euch?

Wir versuchen in vielen kleinen Schritten mehr für den Klimaschutz zu tun. Unsere Mitarbeiter:innen bilden Fahrgemeinschaften und wir planen eine Photovoltaik-Anlage, um zukünftig unseren eigenen Strom produzieren zu können. Unseren Ölkessel haben wir schon vor einiger Zeit gegen eine Pelletsheizung ausgetauscht.

Vor allem meine beiden Töchter sind sehr für den Klima- und Umweltschutz sensibilisiert und stoßen viele Veränderungen in unserem täglichen Leben an, wie zum Beispiel den Verzicht aufs Auto. Da machen die Schulen, meiner Meinung nach, einen guten Job.

Jasmin Walser und ihr Vater Othmar © Hotel Vier Jahreszeiten

Wie soll die touristische Entwicklung im Pitztal eurer Meinung nach weiter gehen? Wo seht ihr das größte Potenzial?

Schneesicherheit ist im Winter für viele ein Buchungsgrund. Wenn die Prognosen der Klimaforscher:innen stimmen, werden besonders die niedrig gelegenen Skigebiete in Zukunft mit Schneemangel zu kämpfen haben. Gletscherskigebiete werden daher für die Sicherung des Wintertourismus eine wichtige Rolle spielen, sowohl für Gäste als auch für Einheimische.

Sanfter Tourismus, wie er im Pitztal gelebt wird, und der zukunftsfähige Wintertourismus schließen einander nicht aus. Dafür muss auch weiterhin in die Qualität des Tourismus investiert werden.

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