Lernen von früher: Die Ötztaler Museen werden Klimabündnis-Betrieb

Die Ötztaler Museen zählen mit dem mittelalterlichen Turm in Oetz und dem frühneuzeitlichen Bauerndorf-Ensemble in Längenfeld zu den ältesten Häusern im Tal. Doch das Team rund um Geschäftsführerin Edith Hessenberger wirtschaftet am Puls der Zeit. Als Klimabündnis-Betrieb setzen die Museen den Fokus auf Nachhaltigkeit.

Ein Teil der Ötztaler Museen sind das Heimatmuseum in Lehn (r.) sowie das talweite Archiv mit Fachbibliothek "Gedächtnisspeicher"
Ein Teil der Ötztaler Museen sind das Heimatmuseum in Lehn (r.) sowie das talweite Archiv mit Fachbibliothek "Gedächtnisspeicher", Foto: Ötztaler Museen

Edith Hessenberger, Geschäftsführerin der Ötztaler Museen, sieht im Zusammenspiel von Geschichte und Tradition einen Auftrag für die Zukunft. Ob Ernährung, Mobilität oder Energie – von der früheren Lebensweise könne man sich einiges abschauen um den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten.

Dieses Bewusstsein möchte das Museen-Team nun in die Tat umsetzen. Mit dem Beitritt zum Klimabündnis-Betriebe-Netzwerk wurde die Grundlage für konkrete Klimaschutzmaßnahmen in den nächsten Jahren gelegt.

Geprüft auf Herz und Nieren

Das Klimabündnis Tirol unterstützt Unternehmen mit einem KlimaCheck. Geprüft werden die Bereiche Energie, Mobilität, Abfall, Beschaffung, Verpflegung, Wasser, Boden und Kommunikation.

Im Anschluss werden mit dem Team von Klimabündnis Tirol Klimaziele für die kommenden Jahre erarbeitet. Über 1.200 Betriebe haben sich österreichweit bereits der Klimabündnis-Idee verschrieben.

Wie werde ich Klimabündnis-Betrieb?

Die Ötztaler Museen sind seit kurzem Klimabündnis-Betrieb. Im Garten des Heimatmuseums in Lehn wird bereits Flachs angebaut um die Weiterverarbeitung zu Leinen zu zeigen
Die Ötztaler Museen sind seit kurzem Klimabündnis-Betrieb. Im Garten des Heimatmuseums in Lehn wird bereits Flachs angebaut um die Weiterverarbeitung zu Leinen zu zeigen, Foto: Ötztaler Museen

Der Blick in die Zukunft

In Sachen Nachhaltigkeit wollen die Ötztaler Museen mit gutem Beispiel vorangehen. So wird im Heimatmuseum etwa ein Garten mit alten Sorten angelegt und das Wissen um die Weiterverarbeitung dieser Sorten bewahrt. Die Mühlen entlang des Lehnbaches thematisieren die historische Nutzung erneuerbarer Energien, und auch in Hinblick auf erneuerbare Baustoffe können die Ötztaler Museen als Best Practice aufwarten – zum Beispiel, wenn es um die Sanierung alter Bauernhäuser geht, wie dies etwa beim „Gedächtnisspeicher“ der Fall ist.

Als Museumsbetrieb liegt ein weiteres wichtiges Klimaziel in der Bewusstseinsbildung der Besucherinnen und Besucher. Das sei einerseits durch die Themenwahl bei Ausstellungen, andererseits durch eine besonders ressourcenschonende Ausstellungsgestaltung möglich. Auch die Durchführung von Veranstaltungen nach den Kriterien von Green Events Tirol sei fix geplant.

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