Tag der Indigenen: Gesundheitlicher Druck im Amazonas

Nicht nur anlässlich des „Tages des Indigenen“ am 9. August stehen die im Amazonas lebenden Menschen derzeit im Fokus. Die Corona-Krise trifft Brasilien hart. Besonders betroffen sind indigene Menschen, die weniger Schutz und eine schlechte medizinische Versorgung haben. Das Klimabündnis Tirol unterstützt indigene Organisationen am Amazonas-Gebiet. Als akute Krisenhilfe ist auch das Land Tirol eingesprungen.

Raquel Uendi/ISA

São Gabriel im nördlichen Amazonas-Gebiet war im Juli trauriger Spitzenreiter Brasiliens bei den Coronafällen. Die 50.000 Seelen-Gemeinde mit hauptsächlich indigener Bevölkerung hatte, gemessen an der Einwohnerzahl, die meisten erkrankten Personen. Im Gebiet rund um São Gabriel leben zahlreiche indigene Gemeinschaften, die vom Virus besonders betroffen sind. „Indigene Menschen sind nicht nur dem Virus teilweise schutzlos ausgeliefert, sie haben auch kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, weil sie mehrheitlich weit abseits größerer Städte leben“, sagt der Amazonas-Experte und Mitbegründer des Klimabündnis, Johann Kandler.

Für die 78 Klimabündnis-Gemeinden Tirols hat das Gebiet rund um São Gabriel eine besondere Bedeutung. Seit über 20 Jahren besteht hier eine Partnerschaft mit der FOIRN, dem Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro. Mit dem jährlichen Mitgliedsbeitrag unterstützen die Gemeinden die Arbeit der Dachorganisation, die sich für politische und territoriale Rechte von Indigenen einsetzt. Aufgrund der besorgniserregenden Lage wurde nun ein Spendenaufruf gestartet. Ein Schlüssel dabei ist die Grundversorgung besonders sensibler Gruppen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln, damit diese nicht gezwungen sind, in größere Orte zu kommen.

Marcelo Monzillo/ISA

Unterstützung vom Land Tirol

Um die indigene Bevölkerung am Rio Negro, Brasilien durch Nothilfemaßnahmen zur Eindämmung der COVID-19 Pandemie zu unterstützen, stellt auch das Land Tirol 12.000 Euro zur Verfügung. Die Anschaffung von fünf Funkgeräten für abgelegene Dörfer, als auch der Ankauf und die Verteilung von Lebensmitteln, Hygieneartikel und Treibstoff bietet indigenen Familien am Rio Negro rasche Hilfe. Besonders durch das Funknetz können die Dorfgemeinschaften in der Krisenzeit den Kontakt mit der Außenwelt aufrechterhalten, Maßnahmen koordiniert, Krankheitsfälle melden und Hilfe anfordern werden.

Die Partnerschaft zwischen den mittlerweile über 1000 Klimabündnis-Gemeinden in Österreich – 78 in Tirol – und der FOIRN besteht bereits seit 1993. Gemeinsam ist es gelungen, eines der größten zusammenhängenden Regenwaldschutzgebiete der Welt zu schaffen. 135.000 km² Regenwald wurden als indigenes Schutzgebiet anerkannt und so langfristig geschützt –1,6 Mal so groß wie Österreich. Weitere Infos zur Partnerschaft: www.klimabuendnis.at/rionegro

Spendeninfo "Amazonien":

IBAN: AT35 3412 9000 0006 9609,
BIC: RZOOAT2L129.
Zahlungszweck: Hilfe für FOIRN

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