Tiroler Idee
des Monats

Cool bleiben – trotz heißer Tage
Fluss zwischen grünen Bäumen des Regenwaldes

Praktische Tipps

Cool bleiben – trotz heißer Tage

Das Klimabündnis Tirol arbeitet im Rahmen des EU-Projekts MountResilience intensiv an der Klimaanpassung in alpinen Regionen. Ein Thema, das dabei immer stärker in den Fokus rückt: Hitze – auch bei uns in Tirol.
Hitzetage sind in den letzten Jahrzehnten deutlich häufiger geworden. In Zukunft wird die Zahl der Hitzetage ohne globalen Klimaschutz nochmals massiv steigen. Bei Einhaltung der Paris-Ziele könnten sie sich am aktuellen Niveau einpendeln. © GeoSphere Austria

33 Hitzetage jährlich – Tendenz steigend

Denn die Zahlen sind eindeutig: In Innsbruck gibt es aktuell bereits rund 33 Hitzetage pro Jahr (über 30 °C) – das ist etwa dreieinhalb Mal so viel wie noch zwischen 1961 und 1990. Die Zahl der Hitzetage steigt weiter und wird auch in Zukunft deutlich zunehmen. Bei mangelndem Klimaschutz könnte die Anzahl der Hitzetage in Innsbruck sogar auf über 50 pro Jahr ansteigen.

Die derzeitige erste Hitzewelle im Mai zeigt: Hitze ist längst kein Ausnahmephänomen mehr, sie wird zum fixen Bestandteil unseres Alltags – auch in der Arbeit.

Was ist bei Hitze im Job zu beachten?

  • Leistungsfähigkeit sinkt: Ab etwa 26–30 °C wird’s zäh – Konzentration und Motivation gehen runter.
  • Gesundheitsrisiken steigen: Kreislaufprobleme, Dehydration oder Kopfschmerzen nehmen zu.

Hitze ist also nicht nur unangenehm – sie ist ein echtes Arbeits- und Gesundheitsthema.

  • Innenräume heizen sich auf: Gerade Büros mit viel Glas oder Technik werden schnell zur Sauna.
  • Besonders betroffen: Menschen mit körperlicher Arbeit, ältere Mitarbeitende oder Personen mit Vorerkrankungen.

 

Was kann dagegen im Betrieb getan werden?

Arbeitszeiten flexibilisieren: Früh starten, die Mittagshitze meiden – wo möglich.

Sonne draußen lassen: Jalousien runter, Beschattungen nutzen, richtig lüften in der Früh und nachts. Die Fenster während der Mittagshitze geschlossen halten.

 

Wärmequellen reduzieren: Geräte abschalten, Licht minimieren – alles hilft Räume kühl zu halten und gleichzeitig Strom zu sparen.

Kühle Rückzugsorte schaffen: Schon ein Raum mit ein paar Grad weniger oder ein begrünter Innenhof wirken Wunder.

Locker bleiben beim Dresscode: Leichte Kleidung zulassen (natürlich mit Blick auf Sicherheit).

Praktische Tipps für Mitarbeitende

  • Genug trinken: Am besten Wasser oder ungesüßten Tee – regelmäßig, nicht erst bei Durst.
  • Leicht essen: Frische, kleine Mahlzeiten statt fettigem „Schwergewicht“.
  • Pausen einlegen: Öfter kurz durchatmen statt durcharbeiten.
  • Abkühlen nicht vergessen: Nacken, Unterarme oder Gesicht mit Wasser kühlen. Im Freien eine Kopfbedeckung tragen!
  • Auf Warnsignale achten: Schwindel, Übelkeit oder starke Müdigkeit ernst nehmen!

Extra-Tipp: Natürlich kühlen

Pflanzen, begrünte Höfe oder schattige Aufenthaltsbereiche verbessern das Mikroklima spürbar – ganz ohne Energieverbrauch. Gut fürs Klima, gut fürs Wohlbefinden.

Fazit

Die steigende Zahl an Hitzetagen zeigt: Klimaanpassung ist auch Arbeitnehmer:innen schutz. Mit einfachen Maßnahmen lässt sich schon viel erreichen – und ein kühler Kopf bewahren.

Weiterführende Angebote und Informationen

 

Beratungen zu Klimaanpassung in Gemeinden und Betrieben, finanziert durch das EU-Projekt Mountresilience

Broschüre zu kühlen Gebäuden der Energieagentur Tirol

Tipps gegen Hitze Land Tirol

Trinkwassermapping in allen Tiroler Gemeinden