In einem mehrmonatigen Workshopprozess analysierte die Schule mit aktuell rund 200 Schüler:innen in 11 Klassen und 30 Lehrer:innen ihren Status quo, entwickelte Klimaziele und erarbeitete konkrete Maßnahmen. Die Mittelschule Völs hat bereits einiges umgesetzt und weiterhin noch viel vor. Direktorin Lovrana Zoller freut sich über den erfolgreichen Prozess:
Nachhaltigkeit lebt vom Mitmachen. Die Aufnahme in das Klimabündnis Tirol zeigt, was möglich ist, wenn Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und die gesamte Schulgemeinschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Darauf sind wir sehr stolz.
Schwerpunkt auf Energiesparen
Im Bereich Energie ist Effizienz das Gebot der Stunde: Die Mittelschule plant, ihre Beleuchtung bis 2027 auf sparsame LED-Lampen umzustellen. Außerdem ist eine bedarfsorientierte Steuerung der Heizungen und des Warmwassers geplant um Energie zu sparen. Auch Computer und Multimediatafeln sind Stromfresser. Sie werden nun außerhalb der Schulzeiten automatisch abgeschaltet.
Warum ist Wasser unsere wichtigste Ressource und was hat die Produktion von Jeans mit Wasserverbrauch zu tun? Wie funktioniert der Wasserkreislauf und wieviel Wasser verbrauchen wir in der Schule und daheim? Mit diesen und vielen weiteren Fragen setzten sich die Schüler:innen anlässlich des Weltwassertags (22. März) auseinander.
Warum werden so viele Lebensmittel verschwendet und wie beeinflusst die Landwirtschaft das Klima und die Umwelt? Dieses Thema steht im Mittelpunkt eines geplanten Ausflugs zum Weltacker in Innsbruck. Der Verein feld:schafft baut auf diesen öffentlich zugänglichen 2000m2 alle Ackerkulturen der Welt im gleichen Verhältnis dazu an, wie sie auf der Welt wachsen.
Im Bereich Abfall sorgt eine einheitliche Beschriftung der Abfalleimer für mehr Klarheit. Restmüll soll damit möglichst vermieden und durch richtiges Trennen vermieden werden. Für Pfandflaschen soll es eine eigene Sammelstelle geben.
Artenschutz am Beispiel von Insekten
In einem Workshop von Natopia im März erfuhren die Kinder, dass der Rückgang vieler Insektenarten sich auf auf ganze Ökosysteme auswirken kann – etwa für die Bestäubung von Pflanzen, die Nahrungsmittelproduktion und das natürliche Gleichgewicht verschiedener Arten. Indem man auf Insektenvernichtungsmittel in der Produktion von Lebensmitteln und im eigenen Garten verzichtet und insektenfreundliche Pflanzen aussäht, kann man das ökologische Gleichgewicht unterstützen.
Landesrat René Zumtobel, zuständig für Klimaschutz und Klimawandelanpassung sowie Obmann des Klimabündnis Tirol, betont:
Der Beitritt zum Klimabündnis macht die Schule zum Teil eines starken Netzwerks und eröffnet die Möglichkeit, kontinuierlich an ihren Klimazielen weiterzuarbeiten. Damit leisten die 400 Schülerinnen und Schüler der MS Völs nicht nur einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz, sondern stärkt auch nachhaltig den Lebensraum in der Region.
Auch Andrä Stigger, Geschäftsführer des Klimabündnis Tirol, hebt die Bedeutung der Initiative hervor:
Ich freue mich sehr, dass die Mittelschule in Völs nun dem Beispiel der Gemeinde gefolgt ist. Die Gemeinde Völs ist beispielsweise mit Pro-Byke schon im Bereich nachhaltige Mobilität vorbildlich unterwegs.
Größtes Klimaschutz-Netzwerk
In Tirol sind dem Klimabündnis bisher rund 80 Bildungseinrichtungen beigetreten. Die Mittelschule Völs profitiert mit ihrem Beitritt also nicht nur von den kostenlosen Workshops, sondern auch von einem starken Netzwerk in ganz Österreich. Neben den Bildungseinrichtungen können sich auch Betriebe und Gemeinden dem Klimabündnis anschließen. Die Gemeinde Völs ist seit 2020 Klimabündnis-Gemeinde und bietet so den idealen Rahmen für Klimaschutz-Projekte vor Ort. Mit über 1.000 Gemeinden ist das Klimabündnis das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Österreichs.
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