Nachschau: Webinar
„Erste Schritte
im BMM“

Expert:innen aus Tirol und Südtirol zeigten auf, wie der Einstieg mit sogenannten „Low Hanging Fruits“ gelingt.

Einfach, wirkungsvoll, kosteneffizient

Wie gelingt der Einstieg in eine klimafreundliche Mobilität ohne hohe Kosten? Das Webinar zum Projekt „NetWorkMob“ am 19. März 2026 zeigte, dass oft schon kleine Maßnahmen große Wirkung zeigen. Expert:innen aus Tirol und Südtirol präsentierten praxisnahe Lösungen für Unternehmen.

Low Hanging Fruits: Wenig Aufwand, viel Ertrag

Im Fokus standen die sogenannten „Low Hanging Fruits“. Das sind Maßnahmen, die schnell umsetzbar sind und geringe finanzielle Hürden haben – auch „Quick Wins“ genannt. Um diese Potenziale im eigenen Betrieb zu finden, helfen einfache Analysen:

  • Daten nutzen: Wer wohnt im 5-km-Radius (Potenzial für das Fahrrad)? Wie hoch sind die realen Kosten für Parkplätze? Wo wohnen die Mitarbeitenden? Vielleicht gibt es auch Reiseabrechnungen oder Fuhrparkdaten, Zahlen zur Parkraum-Auslastung oder eine Mobilitätsumfrage.

  • Perspektivwechsel: Den Arbeitsweg selbst mit dem Rad oder Bus testen oder gedanklich durchgehen. Was brauchen Mitarbeitende, um mit Öffis, Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit zu kommen? Oft fehlen nur Kleinigkeiten wie eine sichere Abstellmöglichkeit oder ein Wäscheständer für nasse Regenbekleidung.

  • Umfragen: Wo drückt der Schuh beim Personal? Oft sind Informationen zu Busverbindungen wichtiger als teure Investitionen. Auch ein Mini-Workshop mit 10 abteilungsübergreifenden Mitarbeitenden kann helfen, Hürden und Wünsche zu verstehen.

Beispiele für Low Hanging Fruits:

  • Fahrrad-Service-Kit mit Luftpumpe, Werkzeug und Ersatzteilen – zeigt Wertschätzung
  • Mobilitätsinfos bereitstellen – Angebote und Fahrpläne auf einen Blick, ideal fürs Onboarding
  • Homeoffice-Regelung – direkte Verkehrsvermeidung, zeigt Vertrauen und ist kosteneffizient
  • Carpool-Parkplätze – Reservierung der besten Parkplätze für Fahrgemeinschaften schafft Belohnung und Sichtbarkeit

Vier Beispiele aus der Praxis

Vier Unternehmen gaben Einblick, wie sie Mobilität erfolgreich umgestalten:

  • Südtiroler Bauernbund: Eine interne Arbeitsgruppe begleitet das Thema das ganze Jahr über und nutzt Netzwerktreffen zum Austausch. Auf Infoscreens im Gebäude werden Abfahrtszeiten des öffentlichen Verkehrs in Echtzeit angezeigt. Bei Einladungen steht die Öffi-Anreise konsequent an erster Stelle.

  • RLB Südtirol: Trotz zentraler Lage in Bozen fördert die Bank aktiv Fahrgemeinschaften über eine interne Carpooling-App. Dies stärkt den Teamgeist und nutzt die vorhandenen Parkplätze effizienter.

  • synedra information technologies: Das IT-Unternehmen gilt als Vorreiter bei der Kommunikation: Besonders wichtig sind mehrere Kanäle, um alle zu erreichen – persönliche Gespräche, ein Buddy-System, eine Mobilitätsseite mit allen Angeboten und Aktionstage. Bereits beim Onboarding können Betriebe neue Mitarbeitende motivieren, auf das Auto zu verzichten.

  • ILF Consulting Engineers: Mit der Teilnahme an Tirol radelt motiviert der Betrieb seine Mitarbeitenden zum Radfahren und entlastet so die Parkplätze. Interne Preise und Give-Aways wie Radlsocken stärken den Teamgeist zusätzlich. Zudem gibt es einen Öffi-Ticket-Zuschuss, eine Radservice-Station, gemeinsame Radausflüge und Bike Leasing.

 

Fazit: Einfach starten

Mobilitätsmanagement muss nicht kompliziert sein. Ob Homeoffice-Regelung, Fahrrad-Werkzeug oder bessere Information – der erste Schritt ist oft kostengünstig und sofort wirksam. Unternehmen sparen CO2, senken Kosten und steigern ihre Attraktivität als Arbeitgeber.

Weiterführende Infos und Materialien finden Sie auf der NetWorkMob Peer-Learning-Plattform.

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Hier geht’s zur Präsentation und zur Aufzeichnung.

 

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Daniel Kees